Vegan Agriculture: Ein Einblick in die Betriebspraxis Iain Tolhursts

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von Michaela Primbs

Tolhurst Organic“ umfasst 8ha Ackerfläche und etwa 1ha Gartenfläche in South Ox­fordshire (England). Dertolhurst_logo Betrieb wird seit 1987 von Iain Tolhurst geführt und wurde 1976 durch die „Soil Association“ zertifiziert und (nach enger Zusammenarbeit mit dem „Vegan Organic Network“) 2004 als erster Betrieb mit „Stockfree Organic“ aus­gezeichnet. Die Vermarktung erfolgt seit 1994   vor allem mit einer wöchentlichen Abokiste um Reading und Oxford.

Iain Tolhurst wird von der „Soil Association“ als Pionier im Biolandbau gefeiert!

Nährstoffkreisläufe

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Da er auf tierische Dünger verzichtet, ist Gründüngung wichtig in sei­nen Fruchtfolgen, um seinem Ziel (ein gesunder, mit Nährstoffen ausge­glichener Boden und

nachhaltige Fruchtbarkeit innerhalb des Betriebs) gerecht zu werden.

Die „Relay Green Manure“ bedeckt das Feld für 2 ½ Jahre, wird 4mal gemäht und gemulcht. Sie enthält Stickstoff fixierende Luzerne, Rot- oder Weißklee, Hornklee, Esparsetten und Wildblu­men. Außerdem erhöht sie die Bodenfruchtbarkeit, verbessert die Bodenstruktur, die Nähr­stoffverfügbarkeit und die Aktivität der Bodenlebewesen und reguliert Beikräuter und Krank­heiten.

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Durch die Gründüngung und weitere Kohlenstoff bindende Maßnahmen wie Hecken oder Blüh­streifen beträg

t der CO2-Fußabdruck von „Tolhurst Organic“ z.B. 2006 insgesamt 8 Tonnen und ist damit 90% effizienter als die konventionelle Lebensmittelproduktion.

Zusätzlich verwendet Iain Tolhurst Hackschnitzel-Kompost. Dieser wird mindestens 15 Monate kompostiert, 4mal umgedreht und 5mm dick auf der Gründüngung verteilt, sodass Bodenlebe­wesen ihn zerteilen und Nährstoffe verfügbar machen.

Anbauvielfalt: Tolhurst Organic baut um die 100 verschiedenen Gemüse mit jeweils 2-4 Sorten an. Die Anzucht erfolgt meist in Anzuchtbeeten, durch Direktsaat oder in Töpfen. In der 9-jährigen Fruchtfolge im Garten findet man z.B. Bohnen, Salate und Zucchini. Die Fruchtfolge in den Folientunneln dauert 5 Jahre und enthält Sommergemüse und Wintersalate.soilass

Arbeitsweise

Iain Tolhurst bemüht sich stets um eine hohe Biodiversität für ein natürliches Gleichgewicht und eine gesunde Balance zwischen Nützlingen und Schädlingen. Dafür sorgt er mithilfe einer optimalen Fruchtfolge mit angepasster Fruchtauswahl und Bodenbearbeitung (minimales Pflü­gen), Blühstreifen, Heckenpflanzung und Anpassung an Wildtiere.

Auch ein 2014 angelegtes Agroforstwirtschaft-Projekt mit 700 heimischen Harthölzern und 70 Apfelbäumen soll sich positiv auf die Biodiversität in den Feldern auswirken.

„It has brought our farming system even closer to nature as we have learnes to diversify and ad­apt bringing in bio-diversity and enabling us to look even closer at our carbon footprint.“ (Iain Tolhurst, 21. November 2014 Newsletter“Onion Oracle“, Tolly´s Rambles, by Tolhurst Organic. www.tolhurstorganic.co.uk)

Iain „Tolly“ Tolhurst kommt selbst zu Wort im 6. Teil der Permakultur-Kurzdoku-Serie „Living With The Land“ (dt. Untertitel vorhanden).

Michaela Primbs ist auf dem Demeterhof Primbs in Hemmersheim groß geworden und hat ein mehrmonatiges Prakti­kum bei Iain Tolhurst gemacht. Ihr Vater Martin Primbs organisiert regelmäßige Bodenpraktiker-Kurse. Im demeter Jounal #27 erinnerte er seine biodynamischen Kolleg*innen daran, neben der Präparate-Anwendung auch „die anderen Faktoren noch intensiver [zu] nutzen, um Humusaufbau und nachhaltige Fruchtbarkeit konsequent zu fördern“: Zwischenfruchtanbau, optimale Fruchtfolgen, kluge Sortenwahl, Gründüngung, reichlich Kleegras und Luzerne.

 

Autor*in des Artikels: BVN

Das Bio-Vegane Netzwerk im deutschsprachigen Raum.

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