Unser Aufruf zur „Wir haben es satt!“-Demo

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Unser Demoaufruf

Wir haben es satt-Demo

Grüne Woche demaskieren

Grüne Woche demaskieren!

Liebe Freundinnen und Freunde des bio-veganen Landbaus, liebe Veganer*innen, liebe Tierbefreiungsaktivist*innen!

Am heutigen Samstag, den 17.1. 2015 werden wieder einmal Menschen in der großen „Wir haben es satt!“-Demonstration in Berlin durch das Stadtzentrum ziehen, weil sie eine andere Art der Landwirtschaft anstreben, und ihre agrarpolitischen Vorstellungen lautstark, bunt und in großer Vielfalt präsentieren.

Auch Aktivist*innen des Biologisch-Veganen Netzwerks werden dieses Mal mit dabei sein um unter dem Motto

„Für eine Landwirtschaft ohne Mist und ohne Ausbeutung“

für eine nachhaltige Veränderung der Landwirtschaft werben.

Wir solidarisieren uns mit allen, die neben der Ausbeutung von Menschen und Umwelt auch die Ausbeutung von Tieren ablehnen. Da uns klar ist, dass eine grundsätzliche Infragestellung der gesellschaftlichen Verhältnisse notwendig ist, laden wir Euch ein, mit uns gemeinsam die Demo im kapitalismuskritischen Tierbefreiungsblock zu begehen.

Um die „Nutztier“haltiung und -ausbeutung zu überwinden und gleichzeitig ein zukunftsfähiges Anbausystem zu schaffen, müssen sich Veganer*innen und Tierbefreiungsaktivist*innen für eine regionale, vegane und ökologische Landwirtschaft einsetzen. Wir sind der festen Überzeugung, dass bio-vegane Landwirtschaft das Potenzial hat umwelt-, tier-, und sozialethische Aspekte der Landwirtschaft miteinander in Übereinstimmung zu bringen und darüber hinaus einen wesentlichen Bestandteil im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten.

Deshalb begrüßen wir es sehr, dass zum Thema Landwirtschaft eine zunehmende inhaltliche Auseinandersetzung stattfindet. Leider bleibt die Kritik in weiten Teilen bei dem Aufruf zu einem anderen Konsumverhalten stehen. Dabei können eine vegane Ernährung und der Erwerb von regionalen Bio-Produkten erste Schritte auf dem Weg sein. Kritischer Konsum reicht nicht aus, vielmehr müssen wir bei einer Kritik der Verhältnisse ankommen. Es geht um die Fragen: Wie kann eine Landwirtschaft gestaltet werden, die auf solidarischer Basis die Bedürfnisse der Menschen befriedigt? Eine Landwirtschaft, die ohne das Ausbeuten und Töten von „Nutztieren“ betrieben wird? Eine Landwirtschaft, die nachhaltig ist und auch wildlebenden Tieren Lebensraum bietet? Hier sehen wir in weiten Teilen eine Theorie- und Aufmerksamkeitslücke bestehen.

Die Landwirtschaft in ihrer jetzigen Form hat ein tierausbeutendes System von immensen Ausmaßen hervorgebracht. Zudem zerstört die derzeitige kapitalistische Landwirtschaft natürliche Ressourcen – von Böden und Wäldern über Wasservorkommen bis zur biologischen Vielfalt. Der Druck, immer mehr und immer billiger zu produzieren, zwingt (klein-)bäuerliche Produzent*innen dazu, ihre Höfe aufzugeben. Insbesondere in den ärmeren Ländern werden die Existenzgrundlagen von Kleinbauern und -bäuerinnen systematisch zerstört. Andere wieder werden im Auftrag großer Agrarkonzerne von ihrem Land vertrieben, und nicht zuletzt leiden weltweit Millionen von Menschen an den Folgen von Hunger und Unterernährung. Die aktuelle Landwirtschafts- und Handelspolitik bedient vor allem Profit- und Kontrollinteressen der Agrarkonzerne. Dies macht deutlich: Wir brauchen ein Gegenkonzept zur vorherrschenden neoliberalen Agrar- und Handelspolitik!

Wir wünschen uns nicht per se kleinbäuerliche Strukturen zurück oder wollen diese im traditionalistischen Sinn konservieren, denn nachhaltiger Anbau ohne Ausbeutung von Menschen und anderen Tieren kann in anderen Verhältnissen auch im industriellen Maßstab möglich sein. Wir treten für selbstbestimmtes Leben und Arbeiten ein, in dem weder Menschen, noch andere Tiere oder die Natur dem Streben nach Profit und Anhäufung von Kapital unterworfen sind.

Für nachhaltigen, bio-veganen Landbau!

Wir werden auf der Demo mit 2 Bannern und mehreren tausend Flyern präsent sein. Helft uns dabei, bio-vegane Landwirtschaft als echte landbauliche Alternative an die Öffentlichkeit zu bringen.

Lisa Brünjes, Silke Lamla und Daniel Mettke
Biologisch-Veganen Netzwerk für Landwirtschaft und Gartenbau

Des Weiteren laden wir Euch herzlich ein, die Kampagne „Grüne Woche demaskieren“ mit Eurer Anwesenheit und (An)-Teilnahme zu unterstützen. Im Rahmen der Kampagne finden auch die Umweltpolitischen Themenwochen statt, die viele Aspekte unserer Kritik vertiefen werden und wo es einen Vortrag zu bio-veganer Landwirtschaft geben wird.

Treffpunkt zur Demo:

Wir treffen uns ab 11:45 im kapitalismuskritischen Tierbefreiungsblock, am DB Gebäude auf dem Potsdamer Platz. Auch wenn Ihr an anderer Stelle in der Demo laufen wollt, was sehr begrüßenswert ist, kommt bitte erst zum Tierbefreiungsblock. Hier könnt Ihr Euch mit Flyern, Aufklebern gegen Spende und Spendendosen auszurüsten. Wir brauchen auch sechs Personen, die die beiden Banner tragen!

Achtet auf dieses Banner:

Banner "Bio-veganer Landbau = einzige Option"

Demokontakt und Pressetelefon während der Demonstration:

Daniel Mettke, 039037-184003

Nach der Demo:

Mit Beginn der kommenden Woche möchten wir mit Euch die Demo inhaltlich und organisatorisch nachbereiten. Wie steht Ihr zu den einzelnen Forderungen des Demobündnisses? Was hat Euch gefallen, was nicht? Bitte nutzt unser Forum oder trefft uns auf Facebook.

 

Autor*in des Artikels: BVN

Das Bio-Vegane Netzwerk im deutschsprachigen Raum.

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