Gute Gründe für bio-vegane Landwirtschaft und Gartenbau

Print Friendly, PDF & Email

Inhalt dieser Seite: Auswirkungen des FleischkonsumsTiere und EthikUmwelt, Ökonomie & Soziale GerechtigkeitGesundheit

Betrachten wir die vielen Gründe, die aus ethisch-moralischer, ökologischer, ökonomischer, sozialer und gesundheitlicher Hinsicht für die Abschaffung der Tierausbeutung in der Landwirtschaft sprechen, so stellt sich die Frage nach einer Alternative, die nicht im Konsum pflanzlicher Produkte stecken bleiben darf. Denn auch diese werden in der Regel auf der Grundlage von Tierausbeutung erzeugt (Düngung mit Mist/Gülle, Schlachtabfällen) – im konventionellen, wie im biologischen Anbau.

brennnessel tagpfauenauge insekt alant s.heine.v01Deshalb wollen wir auf biovegan.org den Weg aufzeigen, der auf pflanzliche Zutaten bereits beim Anbau setzt – nicht nur im Endprodukt. Seht euch hierzu zum Einstieg das deutsch untertitelte Video „Making The Connection Kapitel 5: Landwirtschaft an. Es zeigt die vielen Gründe in positiver Hinsicht, die für bio-veganen Landbau sprechen (Artenvielfalt / Förderung der Wildtiere, gesunder Boden, nachhaltige Landnutzung, gesunde hochwertige Lebensmittel u.a.m.).

Die nachfolgenden Quellen behandeln vorwiegend die negativen Aspekte tiernutzender Landwirtschaft, die im bio-veganen Landbau wegfallen.

Auswirkungen des Fleischkonsums

Was würde passieren, wenn wir 80% weniger Fleisch essen?
SWR Odysso – Das will ich wissen

Kurz und anschaulich werden in diesem Kurzfilm die Auswirkungen des Fleischkonsums dargestellt – in Bezug auf den Umfang der Tierproduktion, den Flächenverbrauch, Klimabeeinträchtigung (Treibhausgase durch Tierzucht), Futtermittelimporte (Regenwaldabholzung und Rückgang der Artenvielvalt), Arbeitsplätze, Gesundheit / Medikamentenverbrauch (Sexualhormone, Antibiotika), Pestizidverbrauch (Schadstoffe im Essen).

Akte Fleisch – Eine spannende und eindrückliche Dokumentation über die Auswirkungen des Fleischkonsums auf unsere Gesundheit, das Klima, den Hunger in der Welt sowie nicht zuletzt auf unseren Umgang mit den Tieren. Die weitreichenden Konsequenzen der einzelnen Glieder der Verwertungskette – von der Fleischproduktion bis zum Verzehr – werden bedrückend transparent dargestellt.

Tiere und Ethik

  • Verschiedene vegane und vegetarische Verbände haben bereits zahlreiche Informationen und Dokumentationen des kaum in Worte zu fassenden sinnlosen Leides, dass Tieren in der Landwirtschaft (und nicht nur dort) widerfährt zusammengetragen. Beispielhaft sei verwiesen auf die entsprechenden Seiten bei VGÖ, VGS, VVS, BVL und Vebu.
  • Titelthema des Regenwurm-Heftes Nr. 7: „Ethik und der Eigenwert der Natur“ Sommer 2001.
  • Titelthema des Regenwurm-Heftes Nr. 17: „Frieden schließen mit allen Wesen“ Sommer 2004. Darin aus der Serie „Folgen ‚wirtschaftlicher‘ Tierhaltung“: „Das Schweigen der ‚Nutz’tiere“ von Christine Szendi (S. 8)
  • Dass es auch in der Bio-Tierhaltung in der Regel nicht besser um die Tiere steht, als in der konventionellen Haltung – auch wenn die Werbung alles daran setzt uns dies glauben zu lassen – zeigt das Buch von Clemens Arvay: „Der große Bioschmäh“ und die Seite Biowahrheit.
    Auch eine ARD-Reportage bei „Exclusiv“: „Wie billig kann Bio sein?“ deckt die schlimmen Zustände in der Bio-Tierhaltung auf, und auch der Nachklapp zu der Sendung bei „Fakt“: „Biologische Tierhaltung und ihre Schattenseiten“ hat gezeigt, dass sich seitens der Betreiber_innen nichts ändern wird.

Umwelt, Ökonomie & Soziale Gerechtigkeit

Pflanzenbasierte Ernährung ist wesentlich ressourcen- und umweltschonender als eine Ernährung über Tierprodukte und besser geeignet, alle satt zu bekommen. Die Tierproduktion verschlingt zudem Steuergelder, wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig:

  • Zusammenfassung einer Studie von Meier und Christen 2012, die im Fachjournal Environmental Science and Technology erschien: Vegan ist die umweltverträglichste Ernährungsform (Vergleich unterschiedlicher Ernährungsformen bezogen auf CO², Ammoniak, Landverbrauch, Phosphor-, Energie- und Wasserverbrauch).
  • Regenwurm Heft Nr. 16 Winter 2003/2004, S. 16. Darin der Auftakt der Serie: „Weitreichende Folgen „wirtschaftlicher“ Tierhaltung“ von Ronny Wytek.
  • Titelthema des Regenwurm-Heftes Nr. 19: „Das Vieh der Reichen frisst das Brot der Armen“ Sommer 2005
    Darin aus der Serie „Folgen ‚wirtschaftlicher‘ Tierhaltung“ der Schwerpunkt „Futtermittelproduktion“ von Jörg Zimmermann.
  • Der Vegetarierbund Deutschland (Vebu) hat die weitreichenden Folgen des Fleischkonsums zusammengetragen und hält u.a. differenzierte Informationen rund um die Umweltbelastung bereit.
  • Die Vegane Gesellschaft Österreich (VGÖ) beleuchtet die Tiernutzung in Bezug auf Klimarelevanz, Ressourcen, Wasser und die Erde im Bereich Umwelt.
  • Zum Waldsterben / Bodenversäuerung, klimarelevanten Gasen und zum Landverbrauch als Folge der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung gibt es einige Artikel beim Bund für Vegane Lebensweise (BVL) in der Kategorie Umwelt.
  • Verschiedene umweltrelevante und soziale Themen finden sich auch bei der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SSV) und bei der Veganen Gesellschaft Schweiz.
  • „Warum Essen keine Privatsache mehr ist“ Zeitungsartikel von Markus Keller (Sächsische Zeitung 25. Feb. 2011).

Agrarsubventionen:

  • Den Weg der Subventionen und ihrer Verschwendung in Deutschland verfolgt Richard Rickelmann auf entlarvende Weise in seinem Buch „Tödliche Ernte – Wie uns das Agrar- und Lebensmittelkartell vergiftet.“„Ein mächtiges Kartell aus Großmästern, Futtermittel-, Gentechnik- und Lebensmittel-Multis dominiert das Geschehen auf dem Acker, in den Ställen und in den Supermärkten“. Rickelmann „seziert den Filz zwischen Industrie, Politik und Bauernverband und beschreibt die Kungelei der vermeintlichen Verbraucherschutzbehörden sowie angeblich unabhängigen Forscher und Institute.“
  • Exportschlager Hungerkrise. Die europäische Agrarpolitik und ihre Opfer von Armin Paasch. Blätter für deutsche und internationale Politik. Jahrgang Okt. 2010.

Gentechnik:

Transgene Nutzpflanzen haben keine realen Vorteile. Gegen den Hunger in der Welt und für eine pflanzliche Nahrungsmittelviellfalt ist eine nachhaltige kleinstrukturierte Landwirtschaft weit besser geeignet. Der „Nutzen“ der Gentech-Pflanzen liegt nur in ihrer Patentierbarkeit. Aber die nützt nur den Saatgut-Konzernen und Chemieriesen.

Soziales Engagement:

  • Die Organisation Rettet den Regenwald setzt sich seit Mitte der 80er Jahre für den Erhalt der Regenwälder, ihre Bewohner_innen und soziale Reformen in den betroffenen Regionen ein.

Gesundheit

  • Die gesundheitlichen Vorzüge Zutaten-veganer (pflanzlicher) Kost – ohne Berücksichtigung der Anbaumethode – können auf den meisten Seiten, die sich mit Veganismus befassen, nachvollzogen werden. Beispielhaft sei genannt: Die Rubrik Gesundheit der Veganen Gesellschaft Österreich
  • Der Dokumentarfilm: „Gabel statt Skalpell“ zeigt, dass tierisches Eiweiß verantwortlich für die meisten Zivilisationskrankheiten ist, und dass eine rein pflanzliche Ernährung diese heilen kann.
  • Suchtstoffe: Kasomorphine lösen ein Verlangen nach Milchprodukten aus. Wer sich für die Reduzierung von Tierprodukten entscheidet, mache sich klar, dass ein Entzug vermutlich der einfachere Weg ist.

Im Folgenden werden Quellen genannt, welche die gesundheitsrelevanten Aspekte der nicht bio-veganen Anbaumethoden zum Inhalt haben:

Keime und Antibiotika

(Darm)Keime und Medikamentenrückstände gelangen mit Mist und Gülle aufs Feld und ins Gemüse.

  • W wie Wissen: „Antibiotika in der Tierhaltung“ (ARD 12.05.2013)
    „Selbst Vegetarier sind nicht sicher“ heißt es hier, denn MRSA und ESBL-bildende Bakterien, die gegen eine ganze Gruppe wichtiger Antibiotika resistent seien, würden auch mit Tierkot- Düngung auf das Gemüse gelangen, „da sie im Erdreich Monate überdauern können.“
  • Markt: „Antibiotikaresistente Bakterien im Gemüse“

Pestizide

Der Einsatz von Giften gegen unerwünschte (Un-)Kräuter, Insekten, Kleintiere und („Schad“-)Vögel gehört im konventionellen Anbau zum Alltag. Dabei gilt auch zu berücksichtigen, dass Insektizide zugleich gegen Vögel wirken, weil sie deren Nahrungsgrundlage entziehen, und dass wiederum Herbizide gegen nektarspendende Wildkräuter die Nahrungsgrundlage für Insekten entziehen. Alles hängt zusammen!
Bereits vor der ersten Aussaat wird der nackte Boden gegen von selbst aufkommenden Bewuchs mit Herbiziden besprüht. Getreide und Sonnenblumenkerne werden mit dem krankmachenden Glyphosat (siehe unten) noch kurz vor der Ernte gespritzt, damit es gleichmäßig trocknet, anstatt es in einer Trocknungsanlage nachtrocknen zu lassen.
Mit Rodentiziden wird die Blutgerinnung von Nagetieren gehemmt, so dass ihre Leber geschädigt wird und sie verbluten.

Im bio-veganen Landbau wird dagegen auf die Förderung der Artenvielfalt gesetzt, um dem Überhandnehmen einzelner Tierarten zuvor zu kommen. Hierfür gibt es zahlreiche Maßnahmen, die Landwirt_innen in Zusammenarbeit mit Naturschutzverbänden und -behörden ergreifen können, beispielsweise die Mithilfe bei der Biotopvernetzung, Anlage von Hecken, Gewässern, Stein- oder Holzhaufen. Manche Maßnahmen werden bereits gefördert, wie die Anlage von Blühstreifen. Darüber hinaus sind giftfreie Abwehrmaßnahmen denkbar, wie die Abwehr durch Schutznetze, Zäune, Geruchsstoffe oder Geräusche.

  • Filmtipp (nicht nur über Pestizide): „Unser täglich Gift“, ein Dokumentarfilm von Marie Monique Robin.
    In ihrem neuesten Werk untersucht die Erfolgsregisseurin des Films «Monsanto – mit Gift und Genen», Marie Monique Robin, was uns die Lebensmittelindustrie tagtäglich auftischt.
  • Arte-Dokumentarfilm: Tote Tiere – kranke Menschen“ – Ist das Pestizid Glyphosat Schuld?
    Glyphosat und seine Folgen: Seit Mitte der 90er Jahre werden Teile Europas von einem geheimnisvollen Tiersterben heimgesucht. Und: Auch Landwirte erkranken. Wissenschaftler stehen lange vor einem Rätsel, bis man in den Tieren hohe Mengen des Pestizids Glyphosat findet. Allein in der europäischen Landwirtschaft Europas werden jährlich Millionen Liter solcher Pestizide eingesetzt.

 

Merken