5. Aber es gibt doch auch „viehlose“ Bio-Landwirtschaft. Warum ist die nicht vegan?

Print Friendly

Verzicht auf Tierhaltung ist bei heutigen Ackerbaubetrieben zumeist durch ökonomische Zwänge motiviert. Ethische Motive kommen hier im Allgemeinen seltener zum tragen, wie der Begriff „vieh“los (abwertend) bereits nahelegt.

Zudem muss die Abwesenheit von „Nutz“tieren nicht zwingend bedeuten, dass keine tierlichen Einträge in den Ackerbau einfließen oder dass keine Bekämpfung sogenannter „Schädlinge“ stattfindet.

In den Demeter-Richtlinien ist die Tierhaltung als Betriebsbestandteil sogar fest verankert.¹ Landwirte die keine Tiere halten müssen sich mit „nutz“tierhaltenden Betrieben zusammen tun, um von diesen Mist zu beziehen. Auch die anzuwendenden biologisch-dynamischen Präparate werden unter Hinzunahme von Mist und Schlachtabfällen hergestellt (Blase vom Hirsch, Schädel vom Schwein, Pferd oder Rind (unter 1 Jahr Alter), Rinderdarm, Kuh-Horn, Bauchfell vom Rind. Nur Gärtnereien und Dauerkulturbetriebe können ausnahmsweise von der Tierhaltung befreit werden, sie müssen aber die Fladenpräparate anwenden.
Auch sind hier neben anderen „Schädlings“bekämpfungsmitteln Schlagfallen (=Tötungsfallen) oder blutgerinnungshemmende Mittel gegen Nagetiere zugelassen.

Bei Bioland oder Naturland hingegen gibt es auch Ackerbaubetriebe, die nur pflanzlich düngen.

Für Veganer_innen ist es sicherlich naheliegender bei einem nutztierlosen Bio-Betrieb einzukaufen, als bei einem tierhaltenden, zumal bio-vegane Betriebe im deutschsprachigen Raum rar gesät sind (mehr hierzu unter Frage 9). Ein Gespräch mit der Betreiberin / dem Betreiber, vielleicht auch ein Blick auf deren Homepage, kann Aufschluss über die Art der Düngung und angewandte Maßnahmen (zur Vorbeugung) gegen biologische Unbalancen („Schädlings“-Aufkommen) liefern.

Bei bio-veganen Betrieben / Projekten werden die Anbauenden nicht nur der ökologischen sondern auch der veganen Bewegung nahe stehen und dies im besten Fall auch offen kommunizieren.

_________________

1 Siehe hierzu auch den Artikel von Daniel Mettke zur Frage ob Demeter-Anbau und vegane Landwirtschaft zusammen passt, der hier zu finden ist.

Nächste Frage:
6. Reicht es denn nicht, die Tiere „artgerecht“ zu halten und den Konsum von Tierprodukten einzuschränken? Wofür gibt es sonst Nutztiere?

Zurück zu den FAQ’s