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Autor Thema:Bodenschadstoffuntersuchung
benny
Neuling
Beiträge: 18
Permalink
Beitrag Bodenschadstoffuntersuchung
am 31.01.2014, 01:58
Zitat

Vor kurzem habe ich aus Anlass der in den Bioveganen Standards (/Stockfree Organic Standards), Punkt 8.2(a), festgelegten Grenzwerte zur Schwermetallbelastung des Bodens, Erdproben aus unserem Garten von einem Labor untersuchen lassen.

Wozu selbst ernten, wenns im Laden gesünderes Essen gibt?

Entnahme ist schon im Vorstellungsthema beschrieben:
http://biovegan.org/forum/neuigkeiten-vorstellungsrunde-und-b%c3%b6rse-f%c3%bcr-allerlei-group2/neu-hier-forum9/moin-moin-aus-l%c3%bcbeck-thread81/#postid-188

Ob die Vorgehensweise der Probennahme nun so wirklich fachlich ganz korrekt war, kann ich nicht genau sagen.

Es werden auch aufgrund der Ergebnisse noch weitere Untersuchungen erforderlich sein, da es sich um einen Durchschnittswert aus acht verschiedenen, zusammengemischten Proben von verschiedenen Orten handelt.
Es ist mindestens ein Grenzwert überschritten: 0,001% zu viel Blei auf die Masse - im Durchschnitt wohlbemerkt. Bodensanierung erforderlich.

Hier zum Anschauen der ungekürzte Bericht (*= eigene Ergänzungen/Anmerkungen / personenbezogene Daten entfernt):

Bodenanalyse

Im Auftrag
*Hier stand die Anschrift der Apotheke*
*Logo der Apotheke*

**. Jan. 14

Prüfbericht-Nr.: ******
Prüfgegenstand: Boden
Probebez.: *Hier standen Vor- und Nachname*

Eingangsdatum **.12.2013
Bearbeitungsende: **.01.2014

Probenahme

Strasse: k.A.
PLZ: k.A.
Ort: k.A.
Entnahmestelle: k.A.
Datum Probenahme k.A
Zeit: k.A.

Weitere Angaben zur Probe: keine

Die Bestimmung der Elemente erfolgte aus salpetersaurerem Auszug mittels ICP-OES. Der Nitrat- und pH-Wert (sofern in der Analyse enthalten) wurden aus einem wässrigen Auszug ermittelt (Nitrat mittels UVVIS-Pektrometer, pH-Wert mittels pH-Elektrode). Die Analyse wurde ausgeführt durch ICP Analytik, Brandenburger Platz 7, 24211 Preetz. Die Prüfergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die oben angeführten Prüfgegenstände. Auszüge aus dem Prüfbericht dürfen nur mit Zustimmung des Prüflabors veröffentlicht werden. Die Prüfberichte werden, wenn nicht anders vereinbart, 5 Jahre in unserem Hause archiviert.

Im folgenden finden Sie den Gehalt der gemessenen Parameter in mg pro kg Boden angegeben.
Alle Zahlenwerte in den Grafiken (außer beim pH-Wert) sind mg/kg. Die Farben markieren folgende Bereiche: Orange gibt den Bereich einer Überschreitung des Grenzwerts nach der Klärschlammverordnung bei den toxischen Elementen wieder. Gelb ist der Bereich über dem Normwert.
Für Nährstoffe bedeutet dies eine Überdüngung, für toxische Elemente zeigt es eine überdurchschnittliche Belastung an. Grün ist der Normbereich. Der Boden ist hier mit dem entsprechenden Nährstoff optimal versorgt, bzw. mit dem entsprechenden toxischen Element durchschnittlich belastet. Der weiße Bereich
zeigt eine Mangelversorgung für Nährstoffe an und eine unterdurchschnittliche Belastung für toxische Elemente. Der schwarze Balken gibt den Messwert an. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht diese Einteilungen.

Dipl.-Chem. Dr. P. Brückner
Laborleitung

Dipl.-Chem. Dr. U. Krause
Laborleiung

Image
*Legendenschaubild*

Kupfer

Image

*26,3 [mg/kg Boden]* *eigene Anm.: Stockfree-Organic Standards (SOS) erlauben 50 mg/kg Boden*

Die Versorgung mit Kupfer liegt im Optimum.
Kupfer ist in Spuren für die Pflanze essentiell. Aber auf überhöhte Werte reagieren Pflanzen wesentlich empfindlicher als Tier und Mensch.

Prüfbericht: ******; Seite 1 von 3

Zink

Image

*137 [mg/kg Boden]* *eigene Anm.: SOS erlauben 150 mg/kg Boden*

Die Versorgung mit Zink liegt über dem Optimum (Luxusversorgung).
Zink ist in Spuren für die Pflanze lebensnotwendig. Es ist Bestandteil vieler Enzyme und hat daher großen Einfluß auf zahlreiche Stoffwechselvorgänge. In überhöhter Menge jedoch wirkt es schädigend auf die Pflanze.

Blei

Image

*101 [mg/kg Boden]* *eigene Anm.: SOS erlauben 100 mg/kg Boden*

Der Messwert für Blei überschreitet den Grenzwert nach Klärschlammverordnung.
Blei ist ein toxisches Schwermetall. Es blockiert die Enzyme in den Pflanzen (auch bei Mensch und Tier) und führt so durch Stoffwechselstörungen zu Schadwirkungen.

Chrom

Image

*2,28 [mg/kg Boden]* *eigene Anm.: SOS erlauben 150 mg/kg Boden*

Die Belastung mit Chrom liegt unterhalb des Durchschnitts.
Chrom ist ein toxisches Schwermetall. Inwieweit es wie bei vielen Organismen auch für Pflanzen in Spuren essentiell ist, ist nicht bekannt.

Cadmium

Image

*0,428 [mg/kg Boden]* *eigene Anm.: SOS erlauben 2 mg/kg Boden*

Die Belastung mit Cadmium liegt innerhalb des Durchschnitts.
Cadmium ist ein toxisches Schwermetall. Es blockiert die Enzyme in den Pflanzen (auch bei
Mensch und Tier) und führt so durch Stoffwechselstörungen zu Schadwirkungen.

Prüfbericht: ******; Seite 2 von 3

Nickel

Image

*1,72 [mg/kg Boden]* *eigene Anm.: kein Grenzwert für Boden festgelegt, aber für Kompost, dort jedoch mg/kg Trockenmasse*

Die Belastung mit Nickel liegt innerhalb des Durchschnitts.
Nickel ist ein toxisches Schwermetall. Es blockiert die Enzyme in den Pflanzen (auch bei Mensch und Tier) und führt so durch Stoffwechselstörungen zu Schadwirkungen.

Quecksilber

Image

*0,00310 [mg/kg Boden]* *eigene Anm.: SOS erlauben 1 mg/kg Boden*

Die Belastung mit Quecksilber liegt unterhalb des Durchschnitts.
Quecksilber ist ein toxisches Schwermetall. Es blockiert die Enzyme in den Pflanzen (auch bei Mensch und Tier) und führt so durch Stoffwechselstörungen zu Schadwirkungen.
Prüfbericht: ******; Seite 3 von 3

benny
Neuling
Beiträge: 18
Permalink
Beitrag Re: Bodenschadstoffuntersuchung
am 31.01.2014, 03:04
Zitat

Hier nochmal ein Beispiel für eine Bodennährstoffuntersuchung. Mit dem Betreiber der Seite und den Daten stehe ich in keiner (mir bekannten) Verbindung.

http://www.topfit24.de/downloads/bodenanalysebeispiel.pdf

Lisa-
Brünjes
Moderator
Beiträge: 53
Permalink
Beitrag Re: Bodenschadstoffuntersuchung
am 31.01.2014, 09:09
Zitat

Danke für diesen ausführlichen Bericht! Das find ich sehr interessant.

Gut zu wissen, dass es den Test in der Apotheke gibt. Das werd ich auch mal machen lassen, obwohl ich ein bisschen Schiss vorm Ergebnis hab. Unser Garten liegt zwischen Eisenbahngleisen mit Güterverkehr, da kann sich schon einiges angesammelt haben.

Wegen der geringen Überschreitung des Bleigrenzwerts würd ich mich erstmal nicht verrückt machen. Insgesamt ist das Ergebnis doch super! Bevor du eine Bodensanierung vornimmst, würd ich den Test nochmal wiederholen. Es ist schließlich nur ein Ergebnis anhand einer nicht-standardisierten Probenentnahme. Wenn ein weiterer Test ein ähnliches Ergebnis bringt, dann wär es weitere Überlegungen wert.

In der Uni (ich hab Agrar studiert) werden Bodenproben mit Bohrstöcken entnommen. Das sind lange Metallrohre von ca. 3 cm Durchmesser, die an der Seite längs einen Schlitz offen sind. Die werden einheitlich über die zu beprobende Fläche verteilt mit einem schweren Hammer senkrecht in die Erde geschlagen. Um den Boden von 0-30 cm Tiefe zu beproben, wird der Bohrstock zuerst nur 30 cm tief eingeschlagen, dann wieder rausgezogen. Die Erde ist nun in einer dünnen Säule im Rohr drin. Von dieser Bodenprobe werden die obersten und untersten Zentimeter verworfen und die gesamte Probe längs des Schlitzes einmal glatt gestrichen. Mit einem Stechbeitel wird die Probe dann aus dem Bohrstock gekratzt und in eine Plastiktüte gefüllt.
Dann wird der Bohrstock in dasselbe Loch erneut eingeschlagen, bis auf eine Tiefe von 60 cm (Probenahme 30-60 cm). Diese Erde wird in eine zweite Tüte gegeben.

Dann wird die nächste Bohrstelle beprobt, die Erde aus der Tiefe 0-30 cm kommt in die erste Tüte zu der ersten Probe, die aus der Tier 30-60 cm in die zweite Tüte zu der ersten Probe etc. Dicke Wurzeln, grüne Pflanzenteile und Würmer werden aus den Tüten entfernt.

Wenn der Gehalt an Nährstoffen im Boden bestimmt werden soll, dann sollten die Proben anschließend in einer Isolierbox gekühlt werden, damit der Zustand des Bodens zum Zeitpunkt der Probenentnahme möglichst erhalten bleibt und die im Boden befindlichen Bakterien bei kühlen Temperaturen nicht beziehungsweise langsamer arbeiten. Das ist zur Schwermetallbelastung vermutlich nicht nötig.

Mit dieser Methode hast du dann zwei Mischproben; eine für 0-30 cm Tiefe und eine für 30-60 cm.
Auf so eine standardisierte Entnahme beziehen sich die Grenzwerte. Da du eine improvisierte Methode angewendet hast, sind die Ungenauigkeiten, die dadurch entstehen, vermutlich höher als die 0,01 % Grenzwertüberschreitung.

blitzer
Neuling
Beiträge: 13
Permalink
Beitrag Re: Bodenschadstoffuntersuchung
am 7.03.2018, 16:24
Zitat

tja, da hat die Kälte der letzten Tage wenigstens einen kleinen Vorteil gebracht - nämlich, dass der Boden mal so richtig schon durchgefroren ist und die Schädlinge hoffentlich nun alle eliminiert wurden - ich bin mir sicher, dass die nächste Saison doch recht "viele Früchte tragen wird" - wenn da nicht wieder das Wetter einen Strich durch die Rechnung machen würde...mehr als abwarten können wir aber sowieso nicht...

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