Nährstoff(selbst)versorgung im Waldgarten-Ökosystem

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von Roland Teufl

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Waldgarten mit mehreren. gut erkennbaren Etagen

Waldgärten sind in mehreren Stockwerken aufgebaute mehrjährige Mischkulturen. Das heißt sie ähneln in ihrer Struktur einem natürlichen Wald (mit Bäumen und Sträuchern verschiedens­ter Größen, ausdauernden krautigen und bodenbedeckenden Pflanzen und Kletterpflanzen). Vielfalt ist ein zentrales Prinzip der Waldgärtnerei, Vielfalt der physischen Strukturen, der Kul­tur-Pflanzen, der Funktionen, des Nutzens eines Wald­gartens (Ernährung, Medizin, Materialen zum Bauen, Hei­zen, Basteln, u.v.m.) Innerhalb von Waldgärten wird ver­sucht möglichst viele positive Interaktionen zwischen den Elementen (Pflanzen, Mensch, Wasser, Boden, usw.) zu schaffen um Konkurrenzsituationen zu mindern. Ko­operation statt Konkurrenz! Lies jetzt den gesamten Artikel…

Alternative Nutzungsformen von Kleegras im viehlosen Ökobetrieb

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von Daniel Hausmann, Biohof Hausmann

Blick über die Flächen des Biohofes Hausmann (Quelle: bio-hausmann.de)

Blick über die Flächen des Biohofes Hausmann (Quelle: bio-hausmann.de)

Im biologischen Landbau ist Kleegras die Hauptversorgungsquelle von Stickstoff und Kohlen­stoff, sowie ein wichtiges Element zur Bekämpfung und Vorbeugung von Beikräutern, und so­mit ein relevantes Standbein zur langfristigen Ertragssicherung (Freyer, 2003).

Im viehlosen Betrieb wird die Biomasse oft nicht genutzt, die Fläche als Brache verwendet. Da­bei treten dort keine direkten Einnahmen auf. Die Rentabilität wird durch die gesamte Frucht­folge bestimmt (Schmidt, 2004).

Oft wird das Kleegras gemulcht, das heißt, es wird mechanisch zerkleinert und auf der Bodeno­berfläche liegen gelassen. Dies geschieht in der Regel mit Hilfe von sogenannten „Schlegelmähern“. (Heuwinkel & Loges, 2004).

Dabei treten folgende Nachteile auf:

  • Die Mulchschicht erschwert das Wachstum der nächsten Periode, vor allem Klee hat es schwer, durchzuspitzen (auf Grund der breiten Blätter) – der Leguminosenanteil und die Fixierungsleistung sind somit in der Folgefrucht geringer (Heuwinkel & Loges, 2004).

  • Gasförmige Verluste (NH3, NOx) treten auf: 2-40% vom im Aufwuchs gebundenen Stickstoff entweicht (Larsson, et al., 1998). Zudem sind diese Gase klimaschädlich.

  • Das verrottende Material erhöht den Nmin Gehalt im Boden (Heuwinkel, et al., 2003, p. 71) dadurch entsteht ein Wachstumsvorteil für Gräser (Loges, 1998). Auch die Legumi­nosen bedienen sich des vorhandenen Stickstoffs, da eine Neufixierung energieaufwän­diger ist (Heuwinkel, et al., 2003, p. 71). Somit wird weniger Stickstoff aus der Luft ge­bunden.

  • Da viel Stickstoff im oberen Boden vorhanden ist, wächst die Gefahr der Auswaschung in tiefere Schichten (Ruhe, et al., 2003).

Insgesamt kann es zu einer Absenkung der Fixierung von Stickstoff um bis zu 45% kommen (Loges, 1998).

Folglich erscheint es sinnvoll, sich mit der Bergung und Nutzung des Kleegras-Schnittes zu be­schäftigen. Alternative Verwertungs-Prozesse wären beispielsweise die herkömmliche Kompos­tierung, eine Verwendung des Materials als Co-Substrat in Biogasanlagen, oder das sogenannte „Cut-and-Carry“ als eine besondere Art der Flächenkompostierung.

Gegenstand meiner Arbeit ist es, (1) die N-Verluste dieser Verfahren anhand einer Literaturre­cherche zu quantifizieren und (2) die alternativen Verwertungsansätze mit dem herkömmli­chen Ansatz des Mulchens anhand einer Nährstoffbilanzierung für einen fiktiven Acker zu ver­gleichen. Die Ergebnisse sollen bis Dezember 2015 fertiggestellt sein und werden in meiner Ba­chelorarbeit veröffentlich werden.

Zum Vergleich die N-Verluste, die bei der Tierhaltung (in Bezug auf Milchvieh) entstehen:

  • 20% des Stickstoffs werden direkt im Tier umgewandelt (Van Vuuren & Meijs, 1987)

  • weitere 20-30% entstehen bei Lagerung & Konservierung des Futters und der Exkre­mente (Lairgraid, et al., 1999, Berg, et al., 2002)

Die Verluste, die durch Tierhaltung entstehen, summieren sich somit auf 40-50% des vom Klee­gras während des Wachstums gebundenen Stickstoffs und sind mit denen, die durch das Mul­chen entstehen vergleichbar. Sowohl aus tierethischen Aspekten als auch aus ökonomischen Gründen (geringere Investitionskosten und weniger Arbeitsaufwand), ist der Einsatz von Klee­gras zum Mulchen in der bioveganen Landwirtschaft somit der Verwertung als Tierfutter in der tierhaltenden Landwirtschaft vorzuziehen. Zudem biete die (Weiter-) Entwicklung alternativer Schnittnutzungen viel Potential.

Literaturverzeichnis

  • Berg, M., Hörning, G. & Wanka, U., 2002. Ammoniak-Emissionen bei der Lagerung von Fest- und Flüssigmist sowie Minderungsmaßnahmen. In: Emissionen der Tierhaltung – Grundlagen, Wirkungen, Minderungsmaßnahmen, S. 151 – 162.
  • Freyer, B., 2003. Fruchtfolgen Konventionell – Intigriert – Biologisch. Stuttgart: Eugen Ulmer GmbH & Co.
  • Heuwinkel, H., Kaiser, M., Schildhalter, U. & Gutser, R., 2003. Mulchen von Kleegras ver­mindert den N gewinn: Ausmaß und Ursachen. In: Kongressband 2002 Leipzig – Vorträ­ge zum Thema „Ressourcenschutz und Produktsicherheit – Qualitätssicherung in der Landwirtschaft“. Bonn: VDLUFA – Verlag, p. 72f..
  • Heuwinkel, H. & Loges, R., 2004. Mulchen oder Schnittnutzung von Kleegras – Auswir­kung der Bewirtschaftung von Kleegrasbeständen auf den N-Haushalt von Fruchtfolgen. In: Viehloser Ökoackerbau. Berlin: Verlag Dr. Köster, S. 21-25.
  • Lairgraid, M., Bockman, O. & Kaarstadt, O., 1999. Agriculture Fertilizers & the Environ­ment. Wallingford: Cabi Publishing.
  • Larsson, L., Ferm, M., Kasimir-Klemedtsson, A. & Klemedtsson, L., 1998. Ammonia and nitrous oxide emissions from grass and alfalfa mulches. In: Nutrient Cycling in Agroe­cosystems 51. s.l.:Kluwer Academic Publishers, S. 41-46.
  • Loges, R., 1998. Ertrag, Futterqualität, N2 Fixierungsleistung und Vorfruchtwert von Rotklee und Rotkleegras Beständen. Kiel: Diss. Univ. Kiel. Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.
  • Ruhe, I., Loges, R. & Taube, F., 2003. Stickstoffflüsse in verschiedenen Fruchtfolgen des ökologischen Landbaus – Ergebnisse aus dem COBALE-Projekt Lindhof. In: Beiträge zur 7. Wissenschaftstagung zum Ökologischen Landbau . Wien: Universität für Bodenkultur, S. 97 – 100.

Daniel Hausmann studiert Ökolandbau und Vermarktung an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Ebers­walde und arbeitet an einer Bachelorarbeit zum Thema „Alternative Verwertungsformen von Kleegras im viehlosen Ökolandbau – Organische Düngung im bio-veganen Landbau“. Er hat den Familienbetrieb 2012 übernommen und 2014 auf biologische Wirtschaftsweise umgestellt. Auf dem Hof werden keine „Nutz-“Tiere gehalten und keine tierischen Dünger verwendet.

Oatly experimentiert mit bio-veganem Haferanbau

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Der schwedische Haferdrink-Hersteller Oatly experimentierte dieses Jahr nach eigenen Angaben offenbar mit bio-veganem Anbau.

Hafermilch als Kuhmilch-Ersatz - bald auch bio-vegan?

Hafer für Hafermilch von Oatly – bald auch bio-vegan angebaut? (Quelle: Montage, Pixabay/Wikipedia)

So zumindest lässt sich eine Nachricht verstehen, die Dan Graham vom britischen Vegan Organic Network über die sozialen Medien verbreitete. Lies jetzt den gesamten Artikel…

Vegan Agriculture: Ein Einblick in die Betriebspraxis Iain Tolhursts

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von Michaela Primbs

Tolhurst Organic“ umfasst 8ha Ackerfläche und etwa 1ha Gartenfläche in South Ox­fordshire (England). Dertolhurst_logo Betrieb wird seit 1987 von Iain Tolhurst geführt und wurde 1976 durch die „Soil Association“ zertifiziert und (nach enger Zusammenarbeit mit dem „Vegan Organic Network“) 2004 als erster Betrieb mit „Stockfree Organic“ aus­gezeichnet. Die Vermarktung erfolgt seit 1994   vor allem mit einer wöchentlichen Abokiste um Reading und Oxford.

Iain Tolhurst wird von der „Soil Association“ als Pionier im Biolandbau gefeiert! Lies jetzt den gesamten Artikel…

Angepasste Technikentwicklung und Kompostierung zur Nährstoffrückführung in der veganen Landwirtschaft und im Gemüsebau. Unsere Perspektive.

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Von Nikola Schwarzer
, Kollektiv für angepasste Technik

Trockentoilette: skandinavisches Design (Quelle: pixabay.de)

Trockentoilette: skandinavisches Design (Quelle: pixabay.de)

Für eine effiziente [nicht nur] Bio-Vegane Landwirtschaft ist es notwendig, Nährstoffe bereit­zustellenund verfügbar zu halten. Um dabei langfristig verantwortungsvolle Systeme aufzu­bauen, müssen negative Auswirkungen wie beispielsweise der hohe Energiegebrauch und die Ausbeutung natürlicher Ressourcen vermieden werden. In diesem Sinne arbeitet KanTe [Kol­lektiv für angepasste Technik1], anwendungsorientiert an der Entwicklung und Umsetzung von ressourcenschonenden und kreislauforientierten Techniksystemen (a). Lies jetzt den gesamten Artikel…

Keynote: Bio-veganer Landbau ist notwendig und zukunftsfähig

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Von Konstantinos Tsilimekis
, Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt

Grafik Bio-Vegane LandbautageBio-vegane Landbautage 2015: Treffen von Akteuren und Akteurinnen u. a. aus der Landwirt­schaft, der Forschung und dem Tierschutz. Informations- und Kompetenzaustausch, Vernetzung, Realitätscheck und Strategiediskurs. Doch wozu eigentlich? Weshalb zur weiteren Ausgestaltung eines landwirtschaftlichen Bereichs zusammenkommen, der von der restlichen Agrarwelt gern belächelt, auch mal wütend kommentiert oder meist einfach ignoriert wird? Welche Rolle kann der bislang noch überschaubare bio-vegane Landbau für die gegenwärtige und zukünftige Landwirtschaft schon spielen? Deutliche Antworten auf diese Fragen ergeben sich vor folgendem Hintergrund:
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Vegan zertifizierte Bio-Früchte ab 2017 erstmals im LEH

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Mit Beginn 2017 wird erstmalig biozyklisch-vegan zertifiziertes Obst und Gemüse aus Griechenland im deutschsprachigen Lebensmittel-Einzelhandel erhältlich sein. Dieses Bild zeigt drei Label, die auf bio-vegane Produktion hinweisenDamit kommen baldmöglichst Verbraucher*innen erstmals in den Genuss von Lebensmitteln, deren Bio-Anbaustandards die Nutzung von tierischen Düngern (z.B. Mist, Gülle, Hornspäne, Blutmehl etc.), in der Produktion, sowie die kommerzielle Haltung von sogenannten landwirtschaftlichen Nutztieren explizit und transparent kontrollierbar verbietet.

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Vegane Dünger im Preisvergleich

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Auch wenn die Anbausaison in Mitteleuropa langsam zu Ende geht, diese Frage hat jederzeit Hochsaison: „Wie düngt man denn nun im veganen Garten?“

Vegane Dünger im TV

Die Gartensendung „Querbeet“ des Bayerischen Rundfunks hat daher dem Thema am 7.10.2016 einen Beitrag gewidmet, für Endverbraucher*innen infrage kommende, im Einzelhandel erhältliche vegane Streu- und Flüssigdünger näher angeschaut und erklärt, warum es sich lohnt Kleegras-Silage und Ackerbohnenschrot selbst herzustellen. Lies jetzt den gesamten Artikel…